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Wissenwertes über das Verlagswesen

 

Manuskript Es gibt zu Hauf Internetforen, in denen die Form eines Manuskriptes besprochen wird. Zeilenschaltung auf zwei Zeilen, höchstens 50 Zeilen pro Seite, alles Arial Punktgröße 12 ... Und jeder Verlag hat da auch seine eigene Vorstellung. Bevor Sie sich Gedanken darüber machen, wie Ihr Manuskriptauszug auszusehen hat, machen Sie sich besser Gedanken über den Inhalt und schreiben Sie das Manuskript fertig. - Sollten Sie an einem bestimmten Punkt nicht weiterkommen und trotzdem überzeugt von Ihrem Werk sein, probieren Sie es mit diesem Fragment. Auch unfertige Manuskripte sind für Verlage interessant. Oder Sie wenden sich an eine Literaturagentur.
   
Literaturagenturen

Litaraturagenturen fungieren als Mittler zwischen Autor und Verlag. Weitere Aufgaben:

  • Erstellung von Gutachten und Exposés, Begleit- und Drehbüchern
  • Hörbuchproduktion
  • Lektorat
  • Erarbeitung von Manuskripten
  • Realisierung von Projekten zu elektronischen Medien (E-Books)

Wer sich nicht so recht in die Verlagsbranche traut - sei es als Honorarautor, sei es als Selbstverleger - findet hier kompetente Ansprechpartner.

   
Lektorat Sie sind so gut in Grammatik und Rechtschreibung, dass Sie es selbst unterrichten könnten? Wunderbar! Trotzdem zahlt sich ein "Fremdlektorat" aus. Ob das nun der befreundete Deutschlehrer oder ein freischaffender Lektor ist - es kommt aufs Gleiche heraus: Ihre Wortwahl wird noch einmal kritisch unter die Lupe genommen, Ihre Gedankengänge auf Logik überprüft, Formulierungen abgewogen. Auch das Layout, das Cover und der Klappentext werden in das Gesamtwerk mit einbezogen. Also auch hier gilt: Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht - wie gut, wenn man einen Kompass dabei hat! Und es ist allemal angenehmer einen Fehler vor dem Drucken zu entdecken, als hinterher in jedes Exemplar einen Handzettel einlegen zu müssen. Das kostet nicht nur Geld und Nerven, sondern lässt Ihr Buch auch in fragwürdigem Licht erscheinen. Auf jeden Fall lohnt es sich, das Manuskript vor dem Versand an einen Verlag bei einem Lektor überprüfen zu lassen. Inzwischen gibt es Literaturagenturen, die als Freiberufler diese Schritte für Sie vornehmen und gleichzeitig überprüfen können, welcher Verlag für Sie in Frage käme. Gleichzeitig ist ein Verlag eher zu überzeugen, wenn ein Manuskript von einer Agentur eingesandt wird. Alles Weitere läuft dann (fast) von selbst, sobald Sie den Verlagsvertrag unterzeichnet haben: Weitermeldung an das VLB, Vertrieb, Versand, Werbung, Lesungen ... Sie brauchen nur noch Ihr Honorar
   
Honorar einzustreichen. Allerdings sollten Sie sich dabei vor Träumen wie die Yacht in Saint Tropez oder die Eigentumswohnung in München-Bogenhausen in Acht nehmen. Denn um von der Schriftstellerei leben zu können, müssen Sie viel und ausdauernd schreiben und Ihre Bücher auch gekauft werden. Die wenigsten Autoren können von ihrem Handwerk leben. Aber für viele Hobbyautoren ist es ein nettes Zubrot. Auf jeden Fall gibt es ein guten Bild, wenn Sie privat oder beruflich auf Ihre Publikation(en) verweisen können. Und was ist, wenn Ihr Manuskript gar nicht ankommt? - Bevor es in der Schublade verstaubt, können Sie zum Selbstverlag greifen.
   
Finanzamt & Co. Das Finanzamt ist und bleibt auch in diesem Fall präsent! In Ihrer Steuererklärung sollte deshalb am Ende des Jahres auf jeden Fall eine Abrechnung des Honorars bzw. der Autorenmarge erfolgen. Weiterhin können Sie sich überlegen, ob es sich lohnt, einen Selbstverlag beim Ordnungsamt anzumelden, um einen eigenen Nummernkreis zu bekommen (s. u.). Diese Frage wird spätestens beim zweiten Buch aktuell. Mit eigenem Nummernkreis sind Sie auf Dauer unabhängiger und sparen sich auch ein paar Euro, denn auch Internetplattformen (s. u.) verlangen Geld für die Erteilung einer ISBN. Wenn Sie mit diesem Gedanken spielen, erkundigen Sie sich am besten vorab bei Finanz- und Ordnungsamt, welche Anmeldungen ab wann zwingend sind.
   
Urheberrecht In Deutschland gilt das Urheberrecht als absolutes Recht und ist als solches grundsätzlich nicht übertragbar (§ 29 Satz 2 UrhG). Dem widersprechende Vertragsklauseln ("Übertragung des Urheberrechtes") wären nach deutschem Recht unwirksam. Übertragbar sind lediglich Nutzungsrechte und gewerbliche Schutzrechte an seinem urheberrechtlichen Werk.
   
Deutsche Nationalbibliothek Hier wird jede mit ISBN versehene Publikation aufbewahrt und systematisch katalogisiert. Für Verlage und Selbstverleger besteht die Pflicht zur Einreichung zweier Exemplare ihrer Publikationen mit ISBN bei der DN.
   
ISBN Die Internationale Standardisierte BuchNummer wurde 1967 eingeführt, um jedes Druckwerk, das veröffentlicht wird, zu katalogisieren und weltweit zugänglich zu machen. In den letzten zehn Jahren sind noch andere Datenträger wie CD-ROM, DVD, E-Book-Publikationen etc. hinzugekommen. Der Name sagt es bereits: Ist Ihr Buch mit einer ISBN versehen, kann es weltweit im VLB eingesehen und bestellt werden. Verlage mit fortgesetzter Publikation kaufen ISB-Nummern idR in größerer Zahl und verfügen über einen eigenen Nummernkreis. Um einen sochen Nummernkreis zu bekommen, muss man den Verlag mindestens als Gewerbe angemeldet haben. Lohnend wird eine Gewerbeanmeldung, wenn Sie mehr als 10 Bücher in den nächsten 5 Jahren verfassen wollen - also neben der normalen Berufstätigkeit z. B. als Selbstverleger nur möglich, wenn Sie die Nachtstunden nicht schlafend verbringen. Selbstverleger ohne fortgesetzte Publikationen müssen aber auch nicht ohne ISBN leben: Bei der ISBN-Agentur in Frankfurt kann man einzelne ISBN-Nummern erwerben. Die Preisstaffelungen finden Sie im Internet (www.isbn-agentur.org).Dort gibt es noch weitere Informationen zu Neuauflagen, Änderungen im Inhalt und so weiter und so fort.
   
ISBN-Agentur

Sie vergibt Nummernkreise und einzelne ISBN. Weiterhin steht sie für alle Fragen zum Thema "Veröffentlichung" zur Verfügung. In diesem Fall handelt es sich wirklich um eine Agentur im Dienstleistungssinne: Sie lassen Verleger und Selbstverleger nicht allein.

www.isbn-agentur.org | www.buchhandel.de

   
VLB Im Verzeichnis lieferbarer Bücher findet man alle mit ISBN erfassten Bücher, die seit 1967 erschienen sind. Kunden können diese Bücher über www.buchhandel.de abrufen.
   
Print on Demand Damit können alle Erzeugnisse vom Faltblatt über den Katalog bis hin zum Buch produziert werden. Print on Demand wird von zahlreichen Druckereien in ganz Deutschland angeboten. Sollten Sie darauf zurückgreifen, fragen Sie, ob die Einlagerung dort vor Ort möglich ist - sonst kann es passieren, dass Sie Ihr Wohnzimmer ausräumen müssen, um spontan 2000 Bücher einzulagern. Der Vorteil: Sie können Staffelangebote einholen und bei Bedarf nachdrucken lassen. Das kann bei größeren Abnahmemengen bzw. unterschiedlichen Projekten den Preis für das einzelne Produkt senken.
   
Book on Demand Bezeichnet die Herstellung eines oder mehrerer Bücher in geringer Stückzahl auf Bestellung des Kunden oder Grossisten. Der Vorteil für den Grossisten: Er kann auch geringe Mengen ankaufen. Der Autor braucht nur seine Daten einzuspielen (z. B. bequem auf einer Internetplattform), ohne viel Geld ausgeben zu müssen. Der Anteil des gebundenen Kapitals sinkt auf einen Bruchteil.
   
Händlerplattformen im Internet

Die verschiedenen Anbieter bieten Ihr im VLB gelistetes Buch zu unterschiedlichen Konditionen an, die Sie dort erfragen können. Die bekanntesten Plattformen im Internet sind:

und so weiter. Das VLB ist die Hauptquelle für die meisten Anbieter, d. h. die Daten werden regelmäßig überspielt. Vergleichen lohnt sich! Wo Sie bei manchen Anbietern schon eine Anmeldegebühr zahlen oder Händlerrabatte bis zu 50% hinnehmen müssen, gibt es auch die Möglichkeit, an sogenannten Auktionen oder Second-Hand-Verkäufen teilzunehmen, z. B. bei

Einziger Nachteil: Nach jedem Verkauf auf einer der letzten beiden Plattformen müssen Sie den Artikel erneut einstellen, während bei Amazon & Co. bei den Händlerkonten der Artikel gelistet bleibt. Bei mehreren Artikeln sollte man also überlegen, ob man nicht doch das Geld am Anfang des Monats investiert und sich dafür das Immer-wieder-Einstellen erspart - auch eine große Erleichterung z. B. bei Antiquariaten.

   
Buchhändler Generell ist es möglich, dass Sie Ihr Buch beim netten Buchhändler an der Ecke nach Absprache auslegen. Dies geschieht aber fast immer auf Kommission, d.h. der Buchhändler zahlt Ihnen zunächst nichts, sondern erst dann, wenn Sie die verkauften Bücher nach einem gewissen Zeitraum in Rechnung stellen. Da kann es auch passieren, dass gar kein Buch verkauft wurde - und Sie haben vor Monaten schon das Geld für den Druck ausgegeben. Am besten gehen Sie direkt auf die Kunden zu.
   
Lesungen Fragen Sie doch mal beim Buchhändler an der Ecke nach, wer eine Lesung organisiert und ob Sie auch eine abhalten dürfen. Oder die Stadtbücherei - oder in der Kirchengemeinde. Dann kommen auch die Leser! Sie können aber auch in Begegnungsstätten lesen, in Bürgerzentren, bei Veranstaltungen und und und. Scheuen Sie sich nicht! Ihr Buch hat Sie viel Arbeit und Schweiß gekostet, jetzt ist es an der Zeit zu ernten!
   
Pressearbeit Die Lokalredaktion hat meistens ein offenes Ohr für Autoren. Rufen Sie bei Ihrer regionalen Zeitung an und fragen Sie nach dem Lokalredakteur. Vereinbaren Sie einen Interviewtermin, bringen Sie ein Rezensionsexemplar mit - und das war es auch schon. Reporter lesen die Bücher, die sie persönlich überreicht bekommen in der Regel auch und für Sie ist es kostenlose Werbung. Wenn Sie sich an überregionale Zeitungen wenden wollen, sollten Sie sich vorab zum zuständigen Redakteur durchfragen. Ungefragt eingesandte Bücher werden ignoriert! Hier und auch beim städtischen Käseblatt sollten Sie auf alle Fälle eine Pressemappe vorbereiten, mindestesn aber einen kurzen Lebenslauf und eine Inhaltsangabe, die Sie vorab an den Redakteur schicken.
   
Pressemappe

So sollte die Pressemappe aussehen:

  • Pressetext zum Buch: Kurzform 500 Zeichen; Lang max. 3000 Zeichen (ca. 1,5 Seiten). Finden Sie einen Aufhänger für Ihr Buch, z. B. politische Situation, regionaler Bezug, ungewöhnliche Entstehungsgeschichte, gesellschaftlicher Trend, den Ihr Buch aufgreift und für den Redakteur interessant macht.
  • Infos zu Ihrer Person, auch in Kurz- und Langform. Setzen Sie Akzente auf Stationen in Ihrem Lebenslauf, die Sie interessant machen! Das kann z. B. häufiger Arbeitsstellenwechsel sein oder mehrere Ehen, 7 Kinder, ungewöhnliche Hobbies - Fledermausunterwasserzüchten und und und.
  • Pressespiegel, soweit schon vorhanden. Es schadet nicht, wenn man mehrere Artikel aus verschiedenen Zeitungen vorweisen kann. Das ist wie Klebebildchen sammeln.
  • Ihre Kontaktdaten und die des Verlages, egal ob Selbst- oder Fremdverlag.
  • Wenn vorhanden: Druckbares Bildmaterial (Cover und Ihr Portraitfoto mit mind. 300 dpi Auflösung). Bitte keine Schnappschüsse, sondern evtl. ein halbwegs aktuelles Bewerbungsfoto, das man auch mal in der Zeitung sehen will.
  • Infos, wo und wie das Rezensionsexemplar angefordert werden kann.
  • Eine Bibliographie, wenn Sie schon mehrere Texte veröffentlicht haben. Dazu gehören auch Texte in halbprofessionellem Rahmen wie z. B. Foren, Online-Schreibclubs und so weiter.
  • Die Pressemappe kann - als Ausdruck - auf Datenträger (CD) - per E-Mail verschickt werden, was Sie vorab mit dem Redakteur klären sollten. Wichtig ist der erste Kontakt!
   
Autorenverbindungen Z. B. bei BoD: Dort kann man sich in eine Datenbank eintragen und bekommt eine Liste von Autoren aus bestimmten Regionen, zu bestimmten Buchthemen oder mit bestimmten Interessen zugeschickt. Mit der Zeit hat sich daraus so manche Verlinkst-du-mich-verlink-ich-dich-Bekanntschaft gebildet, in der jeder jeden auf seiner Homepage mit Buch und Link vermerkt: Je mehr Links, desto höher im Ranking in Suchmaschinen - was nicht wirklich hilft, wenn man nicht gerade als Schlagwort ein Wort des Titels eingibt. Tatsächlich wirkt sich diese Methode zwar nicht auf den Buchkauf aus, aber man lernt Gleichgesinnte kennen und bekommt den einen oder anderen guten Tipp. Auch Lesungen werden hin und wieder organisiert.
   
Wenn sich das Buch gar nicht verkauft Das gibt´s auch: Sie sind sicher, dass Sie der Anwärter für den Literaturnobelpreis sind. Das Buch wird in den Kritiken hochgejubelt, sämtliche Buchhändler haben sich mit Ihrem Werk eingedeckt - und es liegt wie Blei in den Regalen, weil die Leser das leider anders sehen. Im ersten Moment ist das natürlich bitter - aber Sie sind nicht der Einzige, dem es so geht! Zum Glück gibt es "Rudis Resterampe" inzwischen auch für Bücher, z. B. in Form von www.jokers.de, entstanden im Weltbildverlag. Dort können Sie die selbst verlegten Exemplare anbieten und vielleicht Ihre Druckkosten wieder herausholen, so dass es bei einem blauen Auge und einem Erfahrungspunkt mehr in Ihrem Lebenslauf bleibt. (Sollten Sie bei einem Verlag als Autor unterschrieben haben, übernimmt der Verlag diese Aufgabe für Sie.) Manchmal bietet es sich an, erneut den ersten Vertriebsweg zu beschreiten und die Bücher über Plattformen wie ebay, Booklooker etc. anbieten. Vielleicht hilft ja auch die angesetzte Lesung, ein weiterer Artikel oder das kreierte Gerücht, das den Buchverkauf ankurbelt? Dass Sie das Märchen der Joane K. Rowling auch erleben dürfen, ist mit größter Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen. Aber ein nicht verkauftes Buch, von dem Sie überzeugt sind, ist kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Es gibt genug Beispiele in der Literatur, die beweisen, dass manche Autoren nur mit einem Werk wirklich Erfolg hatten, während der Rest unterging (z. B. "Max und Moritz" von Wilhelm Busch). Und wenn Ihnen das Schreiben Spaß macht und Sie Zeit & Nerven haben, das Abenteuer noch einmal zu wagen - warum nicht? Auch als Hobbyautor kann man seine Erfüllung finden.